In vielen kleinen Schritten zur Vision

15. Juni 2023

Nun ist er also da, unser Masterplan Winterthur Süd für […]

Nun ist er also da, unser Masterplan Winterthur Süd für ein neues Quartier in Töss, anstelle der jetzigen Autobahn-Schneise. Die Vision ist nicht neu. Wie auch der Quartierzeitung «De Tössemer» zu entnehmen war, gab es schon 1941 solche Pläne. Mit einem Bahnhof, mit Schulhäusern, Läden, über 1000 Wohnungen. Beinahe 20 Jahre habe der damalige Stadtrat versucht, diese Pläne umzusetzen. Letztlich scheiterte er am Widerstand des Kantons Zürich und der geplanten Autobahn. Aus der Vergangenheit zu lernen ist nicht verboten, und beim neuen Anlauf wird Winterthur bei seinen Bemühungen durch die kantonale Regierung und das Kantonsparlament unterstützt. Das erhöht diesmal die Chancen für eine Umsetzung massiv. Davon dürfte nicht nur die Bevölkerung Winterthurs, sondern wohl die ganze Region und der Kanton profitieren.

Das Beispiel zeigt, dass sich Hartnäckigkeit lohnt. Und dass auch gescheiterte Visionen zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich Realität werden können. So geschehen etwa mit der AHV, mit dem Frauenstimmrecht, usw.

Auch am Wochenende stehen bei den Abstimmungen Visionen zur Diskussion: Das Klimaschutzgesetz bedeutet einen kleinen Schritt in Richtung Vision einer nachhaltigeren Welt. Einer Welt, auf der die Menschen sorgsam mit Ressourcen umgehen und langfristig nicht mehr Raubbau betreiben, wie in den letzten 100 Jahren geschehen. Auch dazu gab es vor 40 Jahren schon Initiativen. Oder die Mindestlohninitiative, die ein Anliegen vertritt, das schon in einigen Kantonen Realität ist: ein Mindestlohn zum Leben. Auch wenn der Stadtrat einen Gegenvorschlag bevorzugt hat: Es ist Zeit, auf kommunaler Ebene einen kleinen Schritt in Richtung einer Gesellschaft ohne Armut zu wagen. Echte Nachhaltigkeit braucht sowohl im ökologischen wie auch im sozialen Bereich eine Stärkung gegenüber dem rein wirtschaftlichen Denken. Tragen Sie mit Ihrer Stimme dazu bei, die Vision einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft zwei kleine Schritte voranzutreiben. Visionen sind umsetzbar – das zeigt auch die Stadtratskandidatin der Grünen, Martina Blum. Sie ist weder eine radikale Klimaschützerin noch eine radikale Linke. Aber sie will unsere Stadt voranbringen. Darum geht es an diesem Sonntag. Ich bitte Sie: Gehen Sie abstimmen und wählen. Und motivieren Sie am besten noch jemanden, ebenfalls mitzukommen.

Und was meinen Sie? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback.

Ihr Kaspar Bopp,
Stadtrat