Ein klarer Auftrag

Die Stimmberechtigten der Stadt Winterthur haben am 13. Februar klar entschieden: Michael Künzle soll Stadtpräsident bleiben. Ich gratuliere ihm ganz herzlich zu dieser Wahl und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Und da hoffe ich, dass der Stadtpräsident in Zukunft stärker auch als bisher die Meinung des Gesamtstadtrates vertritt – gerade auch in seinen eigenen politischen Kreisen. Denn diese Kreise haben eine politische Niederlage erlitten.

Die Stimmberechtigten haben die fünf bisherigen Mitglieder des Stadtrates, die sich für eine progressive Allianz zusammengeschlossen haben, klar und deutlich wiedergewählt. Gerade die Wahl von Christa Meier zeigt auf, dass man in Winterthur auch mit einer zukunftsgerichteten Verkehrspolitik und trotz einer gezielt auf sie ausgerichteten Kampagne von den Wirtschaftsverbänden und dem «Team Freiheit» wiedergewählt wird.

Die Winterthurer Stimmberechtigten haben der Stadtregierung den klaren Auftrag erteilt, die Politik der vergangenen vier Jahre weiterzuführen und insbesondere im Bereich Stadtentwicklung, in der Verkehrspolitik und bei familienexternen Betreuungsangebote Zeichen zu setzen.

Ich freue mich darauf, zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen diese Politik auch wirklich umsetzen zu können. Winterthur muss in vielen Bereichen erneuert werden. Das beginnt bei der teilweise veralteten Infrastruktur im öffentlichen Bereich und führt zu den notwendigen Anpassungen an eine gewachsene Bevölkerung zum Beispiel bei der Schule, aber auch beim Freizeit- und Sportangebot.

Und ganz wichtig: wir müssen unser Denken erneuern. Viele Menschen sehen vor sich noch ein Winterthur der 60er, 70er oder 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wir müssen jetzt die Weichen stellen für eine Stadt, die den Anforderungen in 20, 30 Jahren genügt. Das wird die wichtigste Aufgabe des Stadtrates sein – und auch des Stadtpräsidenten. Wir müssen Entwicklungen in die Wege leiten, die in 40 Jahren nicht mehr verzichtbar sein werden. Diesen Weg können wir nicht in Konfrontation und Verweigerungshaltungen erfolgreich begehen. Das Wahlresultat ist ein klarer Auftrag, diesen Weg in einem konstruktiven Geist zu begehen und das Gemeinsame zu verstärken. Wir sind bereit dazu. Ich hoffe, dass auch die Wirtschaftsverbände und konservativen Parteien SVP, FDP und «Mitte» (CVP) dazu bereit sind.