2023 ein Jahr der Demokratie?

Ende Jahres hält man automatisch etwas Rückblick – und macht sich Gedanken zur Zukunft.

2022 war jetzt kaum ein Jahr, das als besonders erfreulich in Erinnerung bleiben wird. Der Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine ist nur die Spitze des Eisberges. Rund um unsere Erdkugel sind Friede, Demokratie und Freiheit unter Druck. Millionen von Menschen sind Gewalt ausgeliefert.

In Belarus sind Tausende in Gefangenschaft, weil sie gegen das Unrechtregime von Diktator Lukaschenko protestierten. In Ungarn baut Victor Orban das Land immer deutlicher zu einer Autokratie um. In der Türkei ist Staatspräsident Erdogan wegen seiner katastrophalen Wirtschaftspolitik unter Druck. Als Reaktion darauf droht er Griechenland wieder einmal mit Krieg und führt den Krieg gegen die Kurden weiter. Im Iran richtet ein fundamentalistisches Regime junge Menschen hin, die gegen die Unterdrückung der Frauen protestieren. Afghanistan, Pakistan, Myanmar, China, …: Die Liste ist lang und länger geworden. Und immer sind es Kinder und Frauen, die besonders leiden. Aber auch junge Männer, welche den Irrsinn nicht mittragen mögen.

Die Entdemokratisierung beschäftigt mich aber auch hier. In der Schweiz. In Winterthur.  Wir beobachten wie der Staat immer mehr geschwächt und zum Selbstbedienungsladen für die Interessenverbände werden soll. Hier zusätzliche Mittel für AKW-Betreiber, dort weniger Mittel für eine ehrliche Revision des Pensionskassengesetzes. Versprechen, die bei der Revision der AHV gemacht wurden, sind ein halbes Jahr später nur noch Makulatur. In der Folge wenden sich immer mehr Menschen von der Demokratie und vom Staat ab. Sie klinken sich aus.

Das Jahr 2023 soll ein Jahr der Demokratie werden. Mehr zuhören und auf andere Menschen zugehen. Nur wenn wir die Demokratie stärken wird sie die immer neuen Herausforderungen aushalten. Das beginnt im engsten Umfeld und führt über unsere Stadt, hinauf auf die kantonale Ebene. Denn mehr Demokratie heisst weniger Gewalt, mehr Klimaschutz, mehr persönliche Freiheit. Sind Sie auch dabei? Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gestartet und wünsche Ihnen, dass sich Ihre damit verbundenen Hoffnungen realisieren lassen. Und uns allen wünsche ich mehr Friede, mehr Freiheit, mehr Demokratie und weniger Gewalt auf der Welt. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein.

Und was meinen Sie? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback.

Ihr Kaspar Bopp,
Stadtrat