Letzte Woche durfte ich das Budget der Stadt Winterthur für das kommende Jahr vorstellen. Das Budget weist – bei unverändertem Steuerfuss – einen leichten Ertragsüberschuss aus. Dass es sich ausgeglichen präsentiert, ist nicht selbstverständlich. Dahinter stehen Monate intensiver Vorarbeit in den Departementen und Bereichen. Es galt, mit den verfügbaren Mitteln den grösstmöglichen Nutzen für die Winterthurer Bevölkerung und die lokale Wirtschaft zu erlangen. Dennoch zeigen sich die Planjahre defizitär.

In den ersten politischen Reaktionen wird der steigende Personalaufwand kritisiert, der angeblich teure Strassenausbau bemängelt und vermeintliche «Luxuslösungen» im Baubereich bean-standet. Dazu gilt es festzuhalten, dass der Stadtrat die Ausgaben stets auf Optimierungsmög-lichkeiten prüft und die Investitionen sorgfältig priorisiert. Ein grosser Teil des absehbaren Mehr-aufwands, wie jener für die Bildung und Pflegefinanzierung, lässt sich allerdings kaum beeinflus-sen und steuern.

Ein wichtiger Faktor – einer, der in der politischen Diskussion selten zuerst genannt wird – sind die Entscheidungen auf kantonaler Ebene, die erhebliche Auswirkungen auf die städtischen Fi-nanzen haben. So plant der Regierungsrat, die Gewinnsteuern für Unternehmen zu senken, was die Stadt Winterthur jährlich rund 10 Millionen Franken an Einnahmen kosten würde. Anpassun-gen am kantonalen Berufsauftrag für Lehrpersonen erhöhen den Personalaufwand um rund 4,3 Millionen Franken jährlich. Diese knapp 15 Millionen Franken entsprechen fast fünf Steuerpro-zenten. Zudem hat der Regierungsrat angekündigt, an der kommunalen Grundstückgewinnsteu-er partizipieren zu wollen. Auch dieses Vorhaben könnte zu Mindereinnahmen im zweistelligen Millionenbereich führen.

Um diese Gesetzesänderungen in die richtigen Bahnen zu lenken, braucht es das Engagement aller politischen Kräfte Winterthurs. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir sicher-stellen, dass Winterthur auch in Zukunft ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort bleibt. Die Weichen werden jetzt gestellt. Zusammen können wir unsere Stadt nachhaltig und zukunftsfähig gestal-ten.

Gehen Sie zweimal täglich zum Briefkasten und holen frühmorgens die Zeitung und gegen Mittag die Post? Stellen Sie sich vor, in der Stadtverwaltung müssten alle Mitarbeitenden ihre Post ebenfalls selber holen. Das wären doch viele Botengänge.

Natürlich ist das nicht nötig, denn die Post wird in der Stadt bis auf wenige Ausnahmen zentral bearbeitet. Aber noch trifft sie oft physisch bei uns ein – wöchentlich sind es rund 11’000 Briefe! Viele städtische Arbeitsabläufe hängen noch an «papierenen» Prozessen: Gesuche und Rech-nungen gehen per Post ein, es werden Formulare ausgedruckt und Unterlagen beigelegt. Die eingehende Post muss sortiert und den zuständigen Abteilungen zugestellt werden – alles von Hand. Gerade in Zeiten des mobilen Arbeitens zeigen sich die Schwachstellen dieser Arbeits-weise: Zeitintensive Kommunikation, aufwändige Logistik, erschwerte räumliche und zeitliche Flexibilität. Digitale Prozesse versprechen mehr Sicherheit, einen konsequenten Datenfluss so-wie Zeit- und Kosteneinsparung.

Die Stadt Winterthur treibt daher die Digitalisierung prioritär voran. Unsere Geschäftsprozesse sollen digitaler und effizienter werden. Zurzeit sind wir an der Einführung eines «Enterprise Con-tent Management Systems», das die Erfassung, Verwaltung und Speicherung von Dokumenten ermöglicht und Geschäftsprozesse elektronisch abbildet. Zeitgleich führen wir ein «Enterprise Resource Planning System» ein. Dieses ermöglicht die elektronische Planung und Steuerung von finanziellen und personellen Prozessen.

Die Einführung beider Systeme ist weit fortgeschritten. Um deren Potenzial voll zu nutzen, braucht es digitale Dokumente, die medienbruchfrei verarbeitet werden können. Wir sind deshalb daran, unseren Posteingang zu digitalisieren. Ein Grossteil der Briefe soll künftig zentral einge-scannt und digital verteilt und weiterverarbeitet werden. Zudem werden wir auf unsere Lieferan-tinnen und Lieferanten zugehen und sie motivieren, auf die elektronische Postzustellung umzu-stellen.

In der Stadtverwaltung Winterthur werden somit die Briefbotengänge deutlich abnehmen. Auch Sie werden davon profitieren, indem Sie künftig mehr Behördengänge digital und zeitsparend abwickeln können. Den Briefkasten zuhause müssen Sie trotzdem noch von Hand leeren. Das bleibt eine gute Gelegenheit für einen Schwatz mit Ihren Nachbarinnen und Nachbarn.

Anfang Juni sagte die Stimmbevölkerung der Stadt Winterthur mit 63 Prozent Ja zur finanziellen Stabilisierung der Pensionskasse und damit Ja zu Ausgaben in der Höhe von 120 Millionen Franken. Dieses Geld fliesst in die städtische Pensionskasse PKSW und dient dort der Beseitigung der finanziellen Unterdeckung. Das Ja kommt den städtischen Angestellten zugute und ist alles andere als selbstverständlich.

Seit ihrer Verselbständigung im Jahre 2014 leidet die PKSW an einer Unterdeckung, da sie damals nicht mit genügend Kapital ausgestattet worden war. In der Folge getätigte Sanierungsmassnahmen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Es mussten Leistungsreduktionen zulasten der städtischen Angestellten beschlossen werden; zusätzlich mussten sie Sanierungsbeiträge mittels Lohnabzüge leisten. Eine erste Vorlage des Stadtrats scheiterte 2019 im Parlament, was zur Folge hatte, dass diese ungeklärte Situation bis zum Abstimmungssonntag andauerte.

Zehn Jahre lang war für die städtischen Angestellten somit unklar, mit welchen Altersleistungen sie nach ihrer Pensionierung rechnen durften. Dazu kam die Ungewissheit, ob aufgrund zusätzlicher Sanierungsbeiträge weitere Lohnabzüge notwendig werden würden. Unter dieser Situation litt auch die Attraktivität der Stadt Winterthur als Arbeitgeberin. In Zeiten des Fachkräftemangels eine zusätzliche Herausforderung.

Ich persönlich verstehe das deutliche Resultat in zweierlei Hinsicht als Kompliment. Einerseits begrüsste die Stimmbevölkerung eine austarierte Vorlage, die durch qualitativ hochstehende Beratungen eine hohe Qualität erreicht hatte, und zu der alle Beteiligten einen Beitrag geleistet hatten. Anderseits ist es der Stimmbevölkerung wichtig, wie die Anstellungsverhältnisse der städtischen Angestellten geregelt sind. Sie schätzt die Dienstleistungen der Stadt Winterthur und damit der Einsatz jedes einzelnen Angestellten hoch genug ein, dass sie dazu bereit war, einen dreistelligen Millionenbeitrag zu sprechen. Ich bedanke mich für dieses ausdrückliche Zeichen der Wertschätzung.

Die gestrige 1. Mai-Kundgebung in Winterthur stand im Zeichen des Themas «bezahlbarer Wohnraum». Dass der diesjährige Feiertag diesem Motto verpflichtet war, ist keine Überraschung: Die Mieten im Kanton Zürich und in der Stadt Winterthur sind in den letzten Jahren angestiegen. Gleichzeitig stehen immer weniger Landreserven zur Verfügung, um bezahlbare Wohnungen zu schaffen.

Diese Herausforderungen beschäftigen auch die Politik: So hat das Stadtparlament im April die Volksinitiative «Wohnen für alle» beraten. Die Initiative verlangt, dass sich die Stadt aktiv für bezahlbare und hochwertige Wohnungen und Gewerberäume einsetzt. Mindestens ein Viertel aller Mietwohnungen sollen gemeinnützig verwaltet und ohne Gewinnabsichten vermietet werden. Der Stadtrat hat einen Gegenvorschlag dazu erarbeitet. Dieser sieht vor, dass bis 2040 durchschnittlich 120 Wohnungen pro Jahr im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgern, die ohne Gewinnabsichten dem Prinzip der kostendeckenden Mieten verpflichtet sind, geschaffen werden. Das Stadtparlament hat nun den Gegenvorschlag dahingehend angepasst, dass jährlich 150 Wohnungen geschaffen werden sollen. Diese sollen zwar dem erwähnten Prinzip unterliegen, müssen aber nicht zwingend gemeinnützigen Wohnbauträgern gehören. Die Stimmberechtigten werden an der Urne über Varianten abstimmen können.

Die Volksinitiative, unser Gegenvorschlag und die Vorlage des Stadtparlaments weichen inhaltlich voneinander ab. Uns alle – Initiant:innen, Stadtrat sowie Stadtparlament – verbindet jedoch, dass wir uns der Not bewusst sind. Und dass wir die Anliegen sehr ernst nehmen. Im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten unternehmen wir alles, um der Bevölkerung bezahlbares Wohnen zur ermöglichen.

Auch mir persönlich ist es wichtig, mich für dieses Anliegen einzusetzen. Als Mitglied des Initiativkomitees «mehr bezahlbare Wohnungen im Kanton Zürich» bekenne ich mich zu einer aktiven Politik, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Im Wesentlichen fordert die Initiative ein kommunales Vorkaufsrecht an Grundstücken zur Förderung des gemeinnützigen und preisgünstigen Wohnens.

Es stehen somit in der nächsten Zeit wichtige politische Fragen an, über welche Sie an der Urne entscheiden können. Schaffen wir die Rahmenbedingungen, das Anliegen von bezahlbarem Wohnraum voranzubringen. Bleiben wir jetzt gemeinsam dran!

Im Frühling steht die Zeit der Jahresabschlüsse an. Die Zeit, in der die Unternehmen das finanzielle Ergebnis des vergangenen Jahres ausweisen und Bilanz ziehen. Aus dem Jahresabschluss lässt sich die wirtschaftliche Lage und der Erfolg des eigenen Geschäftsmodells ablesen. Man erhält ein korrektes und zuverlässiges Bild über die eigene Situation.

Blicken wir auf das Wirtschaftsjahr 2023 zurück, so zeigt sich für die Schweiz ein moderates Wachstum. Gemäss den Zahlen des Bundes wuchs das reale Bruttoinlandprodukt in der Schweiz um 1,3 Prozent. Dieses Wirtschaftswachstum ist nicht selbstverständlich, ist doch beispielsweise Deutschland letztes Jahr in eine Rezession abgerutscht. Die Wirtschaft des wichtigsten Handelspartners der Schweiz ist um 0,3 Prozent geschrumpft. Dies insbesondere aufgrund der hohen Energiepreise, der hohen Bau- und Kreditkosten, des Arbeitskräftemangels und schliesslich, weil dessen wichtigster Absatzmarkt China schwächelte.

Die aktuellen Jahresabschlüsse zeigen nun: Trotz des herausfordernden Umfelds konnten sich auch die Winterthurer Unternehmen wirtschaftlich behaupten. Die ansässigen Firmen äusserten sich bei einer Umfrage insgesamt sehr zufrieden mit dem Standort Winterthur. Winterthur als Bildungsstandort kommt dabei eine hohe Bedeutung zu. Ein Drittel der Unternehmen konnte den Mitarbeitendenbestand erhöhen und die Hälfte der Unternehmen plant Investitionen im Jahre 2024.

Diese Leistungen sind nicht selbstverständlich und gehören gewürdigt. Im Wesentlichen bedeutet das, dass die ansässigen Unternehmen hervorragende Arbeit geleistet haben. Ihre Dienstleistungen wurden nachgefragt und ihre Produkte fanden im Markt Anklang und damit Absatz. Dies ist umso bemerkenswerter, da die privaten Haushalte aufgrund der Inflation ihre Ausgaben sorgfältig abwägen mussten.

Ein funktionierender Wirtschaftsstandort Winterthur schafft Arbeitsplätze und stellt so auch das Einkommen der Bevölkerung sicher. Zu ihren Erfolgen gratuliere ich den hiesigen Unternehmen sehr.

Es gibt meiner Meinung nach einen sehr bemerkenswerten Umstand in der Schweizer Politik: Für jedes anstehende Problem, für jede grössere Aufgabe wird eine Kommission gebildet. Dabei ist bereits die Gründung oft ein langwieriger Prozess, der darauf hinzielt, eine kompetente Zusammensetzung zu garantieren. Zudem wird darauf geachtet, dass alle wichtigen Interessensgruppen vertreten sind, damit eine ausgewogene Diskussion stattfinden kann. Es werden Experten zugezogen und die Anzahl der Sitzungen kann schnell in die Höhe schiessen.

Weshalb hält die Politik an diesem scheinbar wenig effizienten Vorgehen der Problemlösung fest, wenn doch die Gründung und die Beratungen so viel Zeit kosten? Weshalb bewährt sich die Kommissionsarbeit dennoch?

Was in der Politik schon lange gelebt wird, bestätigt auch die Wissenschaft: Die Problemlösungsfähigkeit in Gruppen ist höher, als diejenige einzelner Personen. Dies hängt von zwei Faktoren ab: erstens von der Kompetenz der einzelnen Gruppenmitglieder und zweitens – der wesentliche Punkt – davon, dass Menschen umso effektiver und produktiver zusammenarbeiten, je empathischer sie jeweils in Bezug auf die anderen sind. Zudem ist die kollektive Intelligenz in denjenigen Gruppen höher, in denen die Mitglieder in gleichem Masse zu Wort kommen – kein Wunder wird die Beschränkung der Redezeit in der Politik immer wieder ein Thema!

Ein schönes Beispiel für eine erfolgreiche Kommissionsarbeit ist dasjenige der Spezialkommission Pensionskasse des Stadtparlaments. Die Unterdeckung respektive die fehlende Risikofähigkeit und der damit verbundene Sanierungsbedarf der Pensionskasse ist seit der Verselbständigung vor rund zehn Jahren ein drängendes Thema. Dank der wertschätzenden Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg und dank der konstruktiven Zusammenarbeit von Stadtrat und Parlament ist es gelungen, eine kluge Lösung für die nachhaltige Finanzierung der Pensionskasse zu erarbeiten. Die Lösung wird von allen Parteien getragen. Der Kommissionsarbeit sei Dank!

Die Mittel sind knapp! Die personellen Ressourcen sind beschränkt! Die Planung für nächstes Jahr ist eng! Wer kennt solche Aussagen nicht? Innerhalb von Organisationen sind sie alltäglich. Aufgrund der naturgemäss beschränkten finanziellen und personellen Mitteln können Organisationen – wie auch die Stadtverwaltung Winterthur – nicht alle Bedürfnisse erfüllen, nicht alle Pläne verwirklichen und nicht alle Projekte umsetzen, die wünschenswert wären.

Angesichts dieser Herausforderung steht aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Frage im Raum: Wie steigern wir die Leistung der Mitarbeitenden? Verantwortungsvolle Führungskräfte hingegen stellen sich eine andere Frage: «Wie sorgen wir dafür, dass sich unsere Mitarbeitenden in ihren Teams wohlfühlen?» Weil: Teams mit gutem Teamgeist unterstützen sich gegenseitig, sind offener im Umgang, verringern Abwesenheiten sowie Fluktuationen, sind produktiver und haben eine höhere Arbeitsleistung.

In der Zeit der Budgetierung für das nächste Jahr, in der Zeit der Erstellung der Jahrespläne, gilt es vorausschauend zu planen. Dazu gehört ein sorgsamer Umgang mit dem eigenen Personal, mit den Mitarbeitenden, mit denen wir täglich zusammenarbeiten. Dies alles findet nicht von alleine statt. Gute zwischenmenschliche Beziehungen, geprägt von Sympathie und Vertrauen, sind der Schlüssel zu einem harmonischen Arbeitsumfeld und einer starken Bindung an die Unternehmung. Dafür müssen wir aber etwas tun. Wie erreichen wird das? Unter anderem indem wir Interaktionen, Nähe und regelmässigen Kontakt fördern und gemeinsame Rituale pflegen, die den Teamgeist stärken.

Der sorgfältige Umgang mit unseren personellen Ressourcen besteht somit auch in der gemeinsamen Feier eines besonderen Anlasses. Ein schönes Ritual, das mir persönlich wichtig ist und den Zusammenhalt fördert, ist das interne Weihnachtsessen. Die Pflege dieses Brauches ist ein wertvoller Bestandteil der Organisationskultur. In diesem Sinne freue ich mich bereits jetzt auf das Weihnachtsessen mit meinem Team und den gemeinsamen Austausch.

Haben Sie sich schon mal gefragt woher der Begriff Budget kommt? Ursprünglich stammt er vom altfranzösischen Wort «bougette», was Reisesack oder umgangssprachlich Ranzen bedeutet – ein für Geld benutzter Lederbeutel also. In England wurde der Begriff für Ledermappen verwendet, in denen Staatsunterlagen aufbewahrt wurden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Budget schliesslich eine feste Bezeichnung für die Übersicht der staatlichen Einnahmen und Ausgaben.

Dieser Tage hat der Stadtrat die Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben sowie der Investitionen für das Jahr 2024 – eben: das Budget – an das Stadtparlament überwiesen. Für viele sicherlich eine sehr theoretische Sache, ein von Zahlen dominiertes, komplexes Dokument. Doch Budgets sind mehr als nur abstrakte Zahlen. Ein Budget ist eine – gerade mal ein Jahr umfassende – Momentaufnahme für die Finanzierung langfristiger Aufgaben und Projekten und hat dabei auch die Zukunft im Blick. Springen wir also von der reinen Zahlenwelt zu einem konkreten Zukunftsbild.

Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie wollen ein Gartenhäuschen errichten und haben Fragen zum Grenzabstand zum Nachbargrundstück. Um eine Antwort zu erhalten, besuchen Sie die Homepage der Stadt Winterthur. Dort geben Sie in einem Dialogfeld Ihre Frage ein – egal in welcher Sprache – und erhalten sofort eine kompetente schriftliche oder mündliche Antwort, welche unter Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt wurde. Sie müssen sich somit nicht durchfragen, wer für Ihr Anliegen zuständig ist, und auf keine Rückrufe und Abklärungen warten. Die Umsetzung dieser Vision war lange Zukunftsmusik, erscheint nun aber sehr realistisch.

Eine solche Vision kann die Grundlage eines Digitalisierungsprojekts darstellen. Für die Digitalisierung benötigen wir finanzielle Mittel und qualifizierte Fachkräfte. Genau dafür – und für vieles mehr – haben wir im Budget 2024 das notwendige Geld «in unseren Reisesack gelegt». Dabei war es uns wichtig, mit dem Budget die Weiterentwicklung unserer Stadt zu ermöglichen und die Qualitäten Winterthurs als Wohn- und Arbeitsplatz weiter zu erhalten und zu stärken. Das Budget ist entsprechend nicht nur ein Dokument mit Zahlen, sondern ein Wegweiser, der in die Zukunft weist.

Die Stadt Winterthur ist eine attraktive Arbeitgeberin! Man könnte sich nun fragen, wie ich zu diesem Schluss komme. Denn: In den letzten Wochen wurde in den Medien ein anderes Bild gezeichnet. Ein Bild einer Stadtverwaltung mit vielen vakanten Stellen und überlasteten Mitarbeitenden und Arbeitskonflikten. Ob Lehrperson oder Mitarbeitende bei den städtischen Werken, ob Polizistin oder Steuerfachfrau: Sie alle sind in letzter Zeit Zielscheibe undifferenzierter Kritik geworden. Ohne Frage – es bestehen gewisse Herausforderungen, aber der Stadtrat und die Verwaltung haben zahlreiche Massnahmen ergriffen, um die offenen Punkte anzugehen und zu lösen. Alles in allem entstand aber ein Bild, das nicht dem gelebten Alltag in der Stadtverwaltung entspricht.

Winterthur ist eine attraktive Arbeitgeberin, und wir streben danach, diese Attraktivität noch weiter zu stärken. Lassen Sie mich dies anhand zweier Beispiele kurz illustrieren. Damit die Winterthurerinnen und Winterthurer weiterhin auf eine leistungsfähige Verwaltung zählen können, modernisieren wir Arbeitsbedingungen und -mittel stetig und treiben die Digitalisierung entschieden voran. So haben wir in den letzten Monaten eine Digitalisierungsstrategie erarbeitetet. Diese gibt der Verwaltung den Weg vor, in welche Infrastruktur mit welcher Priorität investiert werden soll. Damit werden die vorhandenen Arbeitsmittel und Systeme zielgerichtet erneuert. Die Strategie hilft uns, unsere Arbeitsprozesse zu vereinfachen. Zudem steht eine umfassende Erneuerung der Laptops und Computer an. Solche Entwicklungsschritte ermöglichen es unseren Mitarbeitenden, sich zu entfalten und ihre Fähigkeiten und Kompetenzen auf hohem Niveau einzubringen. Nicht zuletzt steigt damit auch die Dienstleistungsqualität und -effizenz der Stadt.

Mit einem neuen Ausbildungskonzept für die Lernenden tritt die Stadtverwaltung dem Fachkräftemangel entgegen. Neu können die Lernenden in der Stadtverwaltung jedes halbe Jahr in eine neue Abteilung wechseln. Sie lernen dabei die vielfältigen Dienstleistungen der Stadt von Grund auf kennen. Dies führt dazu, dass sie später in der Stadtverwaltung eine ihren Fähigkeiten entsprechende Stelle antreten können.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass der Stadtrat und die Verwaltung in einer stetigen Vorwärtsbewegung sind. Unsere Mitarbeitenden können in der Stadtverwaltung viel bewegen. Sie sind es, welche die Stadt jeden Tag ein grosses Stück weiterbringen. Sie entwickeln unsere Dienstleistungen weiter und sorgen so für eine zufriedene Wohnbevölkerung. Auch wenn nicht immer alles rund läuft. Wir ziehen am gleichen Strick.

Und was meinen Sie? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback.

Ihr Kaspar Bopp,
Stadtrat

Nun ist er also da, unser Masterplan Winterthur Süd für ein neues Quartier in Töss, anstelle der jetzigen Autobahn-Schneise. Die Vision ist nicht neu. Wie auch der Quartierzeitung «De Tössemer» zu entnehmen war, gab es schon 1941 solche Pläne. Mit einem Bahnhof, mit Schulhäusern, Läden, über 1000 Wohnungen. Beinahe 20 Jahre habe der damalige Stadtrat versucht, diese Pläne umzusetzen. Letztlich scheiterte er am Widerstand des Kantons Zürich und der geplanten Autobahn. Aus der Vergangenheit zu lernen ist nicht verboten, und beim neuen Anlauf wird Winterthur bei seinen Bemühungen durch die kantonale Regierung und das Kantonsparlament unterstützt. Das erhöht diesmal die Chancen für eine Umsetzung massiv. Davon dürfte nicht nur die Bevölkerung Winterthurs, sondern wohl die ganze Region und der Kanton profitieren.

Das Beispiel zeigt, dass sich Hartnäckigkeit lohnt. Und dass auch gescheiterte Visionen zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich Realität werden können. So geschehen etwa mit der AHV, mit dem Frauenstimmrecht, usw.

Auch am Wochenende stehen bei den Abstimmungen Visionen zur Diskussion: Das Klimaschutzgesetz bedeutet einen kleinen Schritt in Richtung Vision einer nachhaltigeren Welt. Einer Welt, auf der die Menschen sorgsam mit Ressourcen umgehen und langfristig nicht mehr Raubbau betreiben, wie in den letzten 100 Jahren geschehen. Auch dazu gab es vor 40 Jahren schon Initiativen. Oder die Mindestlohninitiative, die ein Anliegen vertritt, das schon in einigen Kantonen Realität ist: ein Mindestlohn zum Leben. Auch wenn der Stadtrat einen Gegenvorschlag bevorzugt hat: Es ist Zeit, auf kommunaler Ebene einen kleinen Schritt in Richtung einer Gesellschaft ohne Armut zu wagen. Echte Nachhaltigkeit braucht sowohl im ökologischen wie auch im sozialen Bereich eine Stärkung gegenüber dem rein wirtschaftlichen Denken. Tragen Sie mit Ihrer Stimme dazu bei, die Vision einer wirklich nachhaltigen Gesellschaft zwei kleine Schritte voranzutreiben. Visionen sind umsetzbar – das zeigt auch die Stadtratskandidatin der Grünen, Martina Blum. Sie ist weder eine radikale Klimaschützerin noch eine radikale Linke. Aber sie will unsere Stadt voranbringen. Darum geht es an diesem Sonntag. Ich bitte Sie: Gehen Sie abstimmen und wählen. Und motivieren Sie am besten noch jemanden, ebenfalls mitzukommen.

Und was meinen Sie? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback.

Ihr Kaspar Bopp,
Stadtrat